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Wir im Finale (2006)

Die Schweizer Erstaufführung von Marc Beckers Stück
Mit Mike Müller, Thomas Reisinger, Urs Jucker, Susanne Abelein, Markus Merz, Steven Scharf
Regie: Lars-Ole Walburg

Die Welt als Wille und Ball. Mut, Einsatz, Kampf. Selbstbefragung der Nation. Vokuhila und mille birra. Vom Mister Hundertzwanzigprozent zum Arschlochwichserhurensohn. Das ist der Rasen, der die testosteronaufgepumpte Welt bedeutet. Lars-Ole Walburg, damals Schauspieldirektor am Theater Basel, holte in seiner Abschiedsinszenierung auf der Kleinen Bühne den Rasen auf die Bretter, die die Welt bedeuten. Er bringt Marc Beckers bald lyrisch verschlungenen, bald stampfenden Text, der sich an Elfriede Jelineks «Sportstück» anlehnt, mit einem Traumpass ins Tor. Sechs Spieler und ein DJ (Tomek Kolczynski) reichen ihm zu 90 hoch unterhaltsamen, politisch scharfen Minuten plus Halbzeit. Auf der Bühne brüllen sie. Sie jubeln und lamentieren, verzweifeln und toben vor Torglück wie die Neandertaler, dass es einem vor Massenhysterie kalt den Rücken herunterläuft. Wie heisst es bei Becker? «Das war kein Elfmeter», Herr Walburg, «das war Liebe.» 

Premiere im Theater Basel, Kleine Bühne, am 4. April 2006