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A1 - Ein Stück Schweizer Strasse (2015)

Première am 28. Mai 2015 im Schauspiehaus Zürich, Pfauen
Ein Projekt von Mike Müller, Tobi Müllelr und Rafael Sanchez

Regie und Ausstattung Rafael Sanchez / Video Christoph Menzi / Dramaturige und Musik Tobi Müller
Mit Mike Müller, Michael Neuenschwander, Markus Scheumann

Die A1 vermittelt eine Ahnung vom Ende der Mobilität und des Wachstums. Nichts hat die Schweiz so stark tätowiert wie diese Ost-West-Autobahn. Geht das wieder weg oder stechen wir noch weiter? Seit der Eröffnung des ersten Teilstücks 1962 leidet das Nationalstrassennetz unter seiner Unplanbarkeit. Mehr Strasse, mehr Verkehr, bis zum Exzess: Ist die A1 der Dark Room des Schweizer Durchschnitts, der dunkle Korridor, der St. Margrethen und Genf verbindet? Die Autobahn kennt zwar jeder, doch sie steht für Dinge, die verdrängt werden, den Kollaps der Umwelt. Ein Nicht-Ort. Gleichzeitig erzählt die Autobahn eine Geschichte von grosser Kraft. Können wir diesen Gestaltungswillen noch einmal aufbringen? Wir interviewen die Angestellten von Autobahnraststätten, die Autofahrer, Pendler und Touristen, die Lastwagenfahrer. Strassenbauer erzählen, wie Autofahrer mit PET-Flaschen nach ihnen werfen. Politiker skizzieren die Lösung für etwas, wofür es noch keine gibt. Wir schauen zurück auf eine Zeit, als die Zukunft keinen Horizont kannte, zeigen die Militärjets, die zur Eröffnung von Teilabschnitten auf der Autobahn landeten. Und wir reden mit Planern, Politikern, Wachstumskritikern. Es geht um die Vergangenheit, um die Gegenwart und auch um die Zukunft. Da muss man etwas zusammenstehen. Sei es als mahnender Chor, als Gruppe von Rasern. Oder als Autostopper – einer an der Strasse, zwei im Gebüsch. „A1“ ist bereits das dritte Projekt von Schauspieler und Komiker Mike Müller, dem Dramaturgen und Journalisten Tobi Müller und dem Regisseur Rafael Sanchez. Zweimal haben sie sich mit Parallelgesellschaften beschäftigt: Im „Elternabend“ migrierte Müller in eine Zürcher Schule mit hohem Migrantenanteil, beim „Truppenbesuch“ inspizierte er die schrumpfende Schweizer Armee. Nun wendet sich das Trio – zusammen mit den Ensemblemitgliedern Markus Scheumann und Michael Neuenschwander – dem Herzen der Schweiz zu. Müller, Müller und Sanchez verfahren dokumentarisch: Viele Interviews liefern das Material für den Stücktext und auch für die Videobilder, die immer wieder auf die Grenze zwischen Fiktion und Realität hinweisen.